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Umweltfreundliche Sonnencreme

Inwiefern Sonnencreme Einfluss auf die Umwelt hat, darüber habe ich mir nie groß Gedanken gemacht. Bis zu unserer Reise durch Mittelamerika, wo gefühlt jede Tauchschule oder Schnorcheltouranbieter explizit darauf hinweist, Reef-freundliche bzw. umweltfreundliche Sonnencreme zu verwenden. Wieder daheim stach es mir auch am Badesee direkt ins Auge – ein weißlicher öliger Film auf der Wasseroberfläche im Strandbereich lässt ahnen, dass das für die Wasserqualität nix Gutes bedeuten kann…

Also, schauen wir uns mal die Sache mit der Sonnencreme genauer an! Was macht eine umweltfreundliche Sonnencreme aus, worauf sollte man achten?

Chemische oder mineralische Filter?

Zunächst ist zu sagen, dass Sonnencreme entweder chemische oder mineralische UV-Filter nutzt. Chemische UV-Filter wandeln die Sonnenstrahlen in thermische Energie um, absorbieren diese quasi. Mineralische UV-Filter sind in der Regel Titandioxid oder Zinkoxid, welche die Sonnenstrahlen reflektieren und so von unserer Haut abhalten.

Insbesondere die chemischen UV-Filter stehen stark in der Kritik, schädlich für Korallen und andere Tiere zu sein. Doch auch für uns Menschen sind sie nicht ohne, da manche von ihnen ins Blut übergehen und hormonähnlich wirken. Insbesondere Octocrylene sind hier im Verruf, das Hormonsystem zu stören. Sogar in Muttermilch konnten solche Stoffe nachgewiesen werden! Das lässt mich als Stillende natürlich aufhorchen. Für stillende Muttis, werdende Muttis und Babys ist daher die Empfehlung, allgemein auf chemische UV-Filter zu verzichten.

Was meiner Meinung nach auch keine umweltfreundliche Sonnencreme ausmacht: Flüssiges Plastik oder Mikroplastik. Landet am Ende im Wasser – doof. Ich denke, dass unsere Ozeane voll damit sind, hat sich bereits rumgesprochen.

Soweit so gut, mineralische Sonnencreme soll es also sein, am besten von einer Naturkosmetikmarke (welche übrigens gar keine chemischen UV Filter verwenden).

Heißt mineralisch automatisch umweltfreundlich?

Kurz gesagt: Nein. Auch diese hat so ihre Tücken, Stichwort Nanopartikel. Um beim Eincremen mit einer mineralischen Sonnencreme am Ende nicht komplett weiß auszusehen, werden die Bestandteile sehr stark zerkleinert, sodass sie sich besser auf der Haut verreiben. Ganz kleine Partikel heißen dann Nanopartikel. Scheinbar gibt es toxikologische Bedenken, wenn die Titandioxid- oder Zinkoxid-Partikel zu klein sind, da bei aktueller Studienlage nicht ganz klar ist, ob diese Nanopartikel die Hautbarriere durchdringen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation stuft Nano-Titandioxid sogar als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. Außerdem ist über Nanotitandioxid und Nanozinkoxid bekannt, dass diese in der Natur auch Schaden anrichten. Das Gute: Nanopartikel müssen explizit auf der Verpackung ausgewiesen sein, da steht dann in der Inhaltsliste irgendwo “nano”. Für mich heißt das: Besser also eine Creme ohne Nanopartikel.

Meine Wahl als umweltfreundliche Sonnencreme

Meine erste Wahl fiel gewohnheitsmäßig auf Weleda, jedoch gefiel mir die Konsistenz der Edelweiß Sonnencreme nicht. Zu klebrig, zu seltsame Optik der Haut nach dem Auftragen. Insbesondere im Gesicht wurde ich oft gefragt, was mit meiner Haut wäre. Daher suchte ich weiter und bin schließlich bei den Cremes von Eco Cosmetics gelandet. Diese lassen sich super verreiben und hinterlassen so gut wie keinen Rückstand. Kann ich also soweit empfehlen.

Jedoch: Bei Öko Test im Juni 2020 wurde an allen 5 getesteten Naturkosmetik-Cremes bemängelt, dass Nanopartikel in den Cremes zu finden wären, obwohl diese nicht ausgewiesen sind. Somit gab es nur das Prädikat “gut”. Eco Cosmetics hingegen behauptet auf deren Website, keine Nanotechnologie zu nutzen sowie, dass deren Pigmente im Durchschnitt 4-mal größer sind als die Definition von Nanopartikeln (100nm).

Je mehr ich über das Thema umweltfreundliche Sonnencreme recherchiere, umso mehr wird mir klar, dass es die Eier-legende Wollmilchsau unter den Sonnencremes leider nicht gibt. Wer Umwelt und die eigene Gesundheit schonen will tut gut daran, sich möglichst im Schatten aufzuhalten sowie lange (UV-)Kleidung und Sonnenhut zu tragen. So wie wir es mit unseren kleinsten Babys handhaben ;). Hautärzte raten natürlich zur Sonnencreme, um das Hautkrebs-Risiko zu senken. Daher mein Fazit: Eine mineralische Sonnencreme ohne Nanopartikel nutzen und mindestens 30 Minuten vorm Baden eincremen, sonst landet alles direkt im Wasser.

Unbeauftragte & unbezahlte Werbung.

Quellen:

Utopia – Bio-Sonnencreme: Wirksamer Schutz ohne Risiko?

Utopia – Sonnencreme für Kinder im Test: Das ist der beste Sonnenschutz

Zeit.de – Sonnencremes bleichen Korallen aus

BUND – Nanotechnologie nachhaltig gestalten

BUND – Sommer, Sonne, Sonnencreme: Was Menschen schützt und dem Meer nicht schadet

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