Zero Waste – du hast davon bestimmt schon gehört. Mittlerweile ist es eine richtige Bewegung. Bei Zero Waste geht es darum, das eigene Leben komplett Müll-frei zu gestalten. Nun, davon bin ich noch sehr weit entfernt. Dennoch schaue ich mich immer wieder nach müll- und insbesondere plastefreien Alternativen um. Ganz nach meiner Devise “Tippel Tappel” wird unser Alltag damit Schritt für Schritt verbessert. Große Inspirationsquelle ist dabei, ja, kaum zu glauben, der lokale Unverpackt-Laden. Ich liebe die Unverpackt-Läden in Leipzig! Sie sind klein und mit Liebe geführt. Es gibt immer tolle Produkte und sympathische Firmen zu entdecken. Ich gerate schon wieder ins schwärmen… Also zurück zum Thema. Vor Kurzem sind vier tolle Zero Waste bzw. plastefreie Produkte bei uns im Bad eingezogen, die ich gerne vorstellen will! (Alles unbeauftragte & unbezahlte Werbung)
Und zwar handelt es sich um diese Hübschen:

N.A.E. festes Schampoo und feste Duschpflege
Die Marke N.A.E. stellt vegane Naturkosmetik nach italienischen Schönheitsrezepturen her. Geködert hat mich ja das Design. Zugegeben ist das nicht komplett Zero Waste da die Seifen in FSC-zertifiziertem Karton verpackt sind, aber immerhin kein Plastik. Das ist ja auch schon was. Die Seifen sind plastefrei, ohne Parabene, ohne Silikone, und sehr ergiebig.
Auch im Praxistest machen sie eine gute Figur. Das Shampoo ist leicht in die Haare zu massieren (einfach die Ansätze direkt einseifen), schäumt angenehm und lässt sich gut verteilen. Es riecht herrlich nach Urlaub in der Toskana. Meine Haare lassen sich anschließend leicht kämmen und fühlen sich gut gepflegt an. Die Duschpflege gefällt mir ebenfalls, sie lässt sich super auftragen. Das alles klingt selbstverständlich, wer selbst schon feste Seifen und Shampoos probiert hat weiß jedoch sicherlich, dass nicht jede Seife sofort gefällt. Von der Haptik her bin ich mit denen von N.A.E. sehr zufrieden.
Schon ganz gut! Aber…
Mittlerweile habe ich mich noch etwas mehr mit den Inhaltsstoffen beschäftigt, unter anderem weil ich mich derzeit viel mit Cradle to Cradle befasse. In diesem Beitrag erfährst du mehr über Cradle to Cradle, falls dir der Begriff nicht geläufig ist.
Nach Cradle to Cradle ist Seife ein Produkt welches in den biologischen Kreislauf einzuordnen ist. Wir verwenden sie auf der Haut und anschließend landet sie im Abwasser. Das Abwasser wird geklärt und anschließend wieder in natürliche Gewässer gegeben. Damit sollte der Anspruch an Seife sein, dass diese vollständig biologisch abbaubar ist. Nach eigener Aussage auf der Website von N.A.E. handelt es sich bei ihren festen Seifen um biologisch abbaubare Produkte – sehr gut!
Außerdem hat sich auch Ökotest im September 2020 das Thema feste Shampoos und Haarseifen näher angeschaut – hier findest du den Beitrag dazu. Eine Zusammenfassung und eine Auswahl der Testsieger hat Utopia erstellt. Kritisiert wird insbesondere der Bestandteil Sodium Lauryl Sulfat, ein hautreizendes aggressives Tensid, welches macht, dass die Seife schön schäumt. Dies ist im Shampoo von N.A.E. erhalten. Daher würde ich als nächstes ein anderes Shampoo ausprobieren – zum Beispiel die Sodasan Haarseife Rosmarin.
Die ostfriesische Firma Sodasan ist Öko-Pionier und meint es schon seit Jahrzehnten ziemlich ernst damit, umweltfreundliche, biologische Wasch- und Reinigungsprodukte herzustellen. Absolut unterstützenswert, wie ich finde! Sie sind zwar nicht Cradle to Cradle zertifiziert, meiner Meinung nach jedoch sehr nah an dem Gedanken von C2C dran.
EcoYou Rasierhobel
Mit Rasierern wird ja allerlei Schindluder getrieben. Nicht nur, dass es diese katastrophalen Einweg-Rasierer aus Plastik gibt, die tatsächlich nur eine Rasur halten und absolut verboten gehören. Nein, für Frauen gibt es außerdem zig Rasierer extra für die weiblichen Bedürfnisse, die strukturell teurer sind als Rasierer für Männer. Und obendrein mit einem Haufen Plastik ummantelt sind – sowohl der Rasierer als auch die austauschbaren Klingen. Letztere sind außerdem sehr teuer und natürlich muss immer das passende Modell nachgekauft werden.
Muss das sein?
Nö. Jetzt mal die Debatte ob frau sich überhaupt rasieren muss ganz beiseite geschoben… das Müll-Problem ist für Männer ja analog. Daher habe ich in einen schönen Rasierhobel aus Edelstahl und Olivenholz investiert. Wenn die Klinge stumpf geworden ist, muss nur diese getauscht werden und kann anschließend im Altmetall recycelt werden. Die Herstellung und das Recyclen von Metall ist zwar sehr energie- und ressourcenaufwändig, jedoch lässt sich Edelstahl wesentlich besser recyceln als Plastik in den Wegwerfprodukten. Die Wechselklingen beim Rasierhobel sind super günstig, sie kosten nur ca. 20 Cent statt ein paar Euro für Wechselklingen bei Gillette und Co.. Damit ist der Rasierhobel auf lange Sicht nicht nur die nachhaltigere, sondern auch günstigere Wahl.
Zugegeben hatte ich etwas bammel vor der ersten Nutzung, da die Metallklinge schon sehr scharf ist. Total unbegründet! Durch den abgerundeten Kopf gleitet der Hobel sanft über die Haut und steht meinem alten Rasierer in nix nach. Durch den Holzgriff ist der Rasierhobel nicht rutschig und kann auch unter der Dusche verwendet werden. Nach dem Gebrauch muss er auseinander geschraubt und gereinigt werden, damit die Klinge nicht so schnell rostet. Auch das ist in wenigen Sekunden erledigt. Ich bin überzeugt!
Das Label EcoYou steht generell für plastefreies Leben, bietet viele unterstützende Produkte und gibt auf seiner Website viele praktische Tipps.
Feste Körperbutter
Die vierte Neuerung ist eine feste, unverpackte Körperbutter aus Kakaobutter, Sheabutter und Jojobaöl. Sie duftet himmlich! Jedenfalls ich als bekennender Schoko-Fan bin hin und weg. Damit sie besonders im Sommer nicht vor sich hin schmilzt lagere ich die Butter im Kühlschrank. Bei Bedarf erwärme ich sie zwischen meinen Händen und schon kann gecremt werden. Ohne Mist – meine Haut braucht nicht mehr. Ein tolles, ergiebiges, natürliches und unverpacktes Produkt!
Damit ist unser Bad natürlich noch lange nicht Zero Waste, aber ein weiterer Schritt ist gelegt. Ich bin gespannt auf die nächsten!
Ein Gedanke zu „Tippel Tappel: Zero Waste im Bad“