Plastikfasten im Februar – Meine Erfahrungen

Wie in meinem Beitrag zu nachhaltigen Neujahrsvorsätzen angedeutet nehme ich mir Monat für Monat ein Thema vor, in dem ich mich verbessern möchte. Im Februar ist mein Thema, wie du bestimmt bereits festgestellt hast, “Plastikfrei leben”. Einen Monat lang haben wir bewusst versucht, auf Verpackungen zu verzichten und nach plastikfreien Alternativen Ausschau gehalten. Plastikfasten quasi. Davon will ich dir heute berichten. Los geht`s!

Mit liebgewonnenen Gewohnheiten brechen

Die erste Erkenntnis: Mit diesem Experiment geht es tatsächlich ans Eingemachte, vor allem bei der Ernährung. Denn viele Gerichte und Lebensmittel, die wir regelmäßig gerne verputzen, kommen in einem hübschen Plastikmäntelchen daher. Gleich am ersten Tag passiert schon der erste Faux-Pas: Die Tiefkühlpizza landet gewohnheitsmäßig im Einkaufskorb, genauso wie die Getreidesnacks fürs Kleinkind. Zack, da ist der Plastikmüll! Eine Alternative? Puh…

Die ein oder andere gute Idee finde ich im Unverpackt-Laden, mit etwas Recherche auf Zero-Waste-Blogs oder im Bio-Laden. Zum Beispiel Butter haben wir ersetzt durch eine Butter in Pergamentpapier, das kompostierbar ist. Schonmal eine Verpackung gespart! Andere Lebensmittel wie Feta oder Mozzarella werden hingegen erstmal vom Speiseplan gestrichen – der Aufwand, diese unverpackt zu besorgen oder selbst herzustellen, ist mir einfach zu hoch.

Neues entdecken

Neue Rezepte ausprobieren hat mir besonders für Naschkram gefallen. Leckere Energiebällchen oder Mandel-Schoko-Riegel stillen den Süßes-Hieper und lassen sich mit wenigen losen Zutaten und einer Küchenmaschine leicht selbst herstellen. Viel gesünder als die herkömmlichen Naschereien aus dem Supermarkt sind sie außerdem. Eine neue Gewohnheit, die auf jeden Fall beibehalten wird!

Generell komme ich bei vielen gesunden Gerichten ohne Verpackungen aus. Viel frisches Gemüse aus der Kola-Box, lose Hülsenfrüchte, lose Nudeln… Der Unverpacktladen um die Ecke macht es möglich.

Auch die eingangs erwähnte TK-Pizza lässt sich selber machen. Jedoch ist es nicht so einfach, alle Komponenten unverpackt oder zumindest ohne Plastik zu ergattern. Zum Beispiel Käse. Selbst im Bioladen, der ausdrücklich das Mitbringen eigener Gefäße an der Frischetheke wünscht, klappt es nicht immer. Neue Mitarbeiter oder bereits zugeschnittene, verpackte Käsestücke machen uns die Mission zunichte. Es ist tatsächlich nicht so einfach!

Pragmatisch sein

Aber Hand aufs Herz: Es gelingt mir nicht immer, konsequent auf Plastikverpackungen zu verzichten. Eine Ausnahme entscheide ich bewusst, und zwar Tiefkühlfisch. Für Veganer oder strikte Vegetarier entsteht das Problem natürlich nicht und theoretisch könnte der Fisch auch auf dem Wochenmarkt gekauft werden. Persönlich habe ich entschieden, hier pragmatisch zu sein.

Vorbereitung ist essenziell beim Plastikfasten

Wer kennt es nicht: Es ist Samstagabend, der Kühlschrank leer, der Hunger groß. Unverpacktladen und Bioladen schon zu oder eh zu weit weg. Alles was jetzt noch möglich ist, kommt in der Regel mit massig Müll: Pizza bestellen, Take-Away vom Restaurant holen oder kurz in den Supermarkt hüpfen. Schon mal versucht, im Supermarkt etwas ohne Einweg-Verpackung zu kaufen? Jedenfalls mehr als einen Apfel, einen Joghurt im Pfandglas oder eine Flasche Limo in der Mehrwegflasche? Es ist fast aussichtslos. Daher:

Ein müllfreier Lebensstil erfordert Planung und Vorbereitung.

Nützt ja nix 🙂

Weiter denken – Plastikfasten als Grundeinstellung

Nur mit der Vermeidung von Verpackung beim Wocheneinkauf ist es aber nicht getan. Leider! Plastik lungert überall, sowohl als Wegwerfprodukt als auch als Alltagsgegenstand. Es lohnt sich, achtsam zu sein und genau hinzuschauen, womit du dich täglich umgibst.

Für uns hat es sich bewährt, in Edelstahl-Behälter z.B. von Eco Brotbox und ein paar Beutel z.B. von Naturtasche zu investieren. So kann auch mal vom Restaurant oder vom Bäcker was ohne Verpackung geholt werden. Die Anschaffung der Boxen ist teurer als welche aus Kunststoff, aber hey, bald ist Ostern und vielleicht möchte dir jemand etwas Schönes schenken? 🙂

Edelstahlbox und Stoffbeutel
Edelstahl-Box und Stoffbeutel

Neben dem Fasten von Verpackungen habe ich einige Haushaltsartikel auf nachhaltige Produkte umgestellt. Meine liebsten Neuzugänge sind kompostierbare Luffa-Schwämme und Putztücher aus Leinen. Zu kaufen gibt es diese z.B. beim nachhaltigen Online-Versand Waschbär.

Putztuch aus Leinen und Luffaschwamm
Putztuch aus Leinen und Luffaschwamm machen Plastikschwämme und Einwegtücher überflüssig

Zero-Waste-Challenge

Passend zum Plastikfasten habe ich bei dem Instagram-Kanal @zero_waste_deutschland eine mehrtägige Zero-Waste-Challenge gefunden. Parallel dazu wird eine sehr informative Website zum Thema Zero-Waste betrieben. Wer davon noch nie gehört hat: Zero-Waste heißt zu deutsch “Null-Müll” und ist eine Bewegung, die ein abfallfreies Leben umsetzt.

Jedenfalls fand ich die ersten Schritte der Challenge toll um strukturiert vorzugehen und sich einen Überblick zu verschaffen:

  1. Such dir ein Zimmer aus, in dem du Zero-Waste umsetzen möchtest. Gut anbieten würde sich anfangs das Bad, Putzzeug oder die Küche.
  2. Verschaffe dir einen Überblick, wo Müll anfällt. Schreib am besten Plastik-Tagebuch für ein paar Tage oder überlege bzw. schaue nach, was du in letzter Zeit so alles weggeschmissen hast.
  3. Überlege dir 6-10 Dinge, die du in den nächsten 2-3 Monaten ändern willst. Lege dafür eine Liste an:
Was?Alternative?Wo?
z.B. ZahnbürsteBambuszahnbürste oder Zahnbürste mit austauschbarem KopfDrogerie, Bioladen oder Unverpacktladen
Zero-Waste-Challenge

Und zack, fertig ist dein Fahrplan!

Inspiration finden

Zero-Waste ist mittlerweile so ein großes Thema, dass es leicht ist, Informationen und Inspiration zu finden. Bücher, Blogs, Instagram-Accounts, Podcasts, lokale Zero-Waste-Gruppen… Wie auch immer du gerne lernst oder dich austauschst, es ist bestimmt etwas passendes dabei.

Ich selber lese gerne Bücher. Die Haptik und das gemütliche Durchblättern mochte ich schon als Kind sehr. Mein neuster Zuwachs im Bücherregal ist das “Plastik Sparbuch” von Smarticular. Es liefert mehr als 300 nachhaltige Ideen aus Bereichen wie Wocheneinkauf, Küche, Körperpflege, Haushalt etc., um der Plastikflut zu entkommen.

Plastikfasten mit dem Plastik Sparbuch von Smarticular
Plastik Sparbuch von Smarticular

Vor Kurzem kam auch eine Podcast-Folge einer meiner liebsten Podcasts – Masters of Change – zum Thema Zero Waste. Gerne einschalten!

Dein Tipp?

Was hat sich bei dir im Leben bewährt, Verpackungen und Plastik zu sparen? Ich bin neugierig!

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