Diesen Monat schaue ich mir das Thema Plastikmüll und generell Abfallvermeidung näher an. Heute möchte ich ein Thema aufgreifen, welches die Hälfte der Weltbevölkerung einige Jahrzehnte lang begleitet: Monatshygiene. Hier gibt es nachhaltige Alternativen zu den typischen monatlichen Müllbergen aus Tampons und Binden. Aber auch, wer sich nicht mit Menstruationstasse, Stoffbinde oder Periodenslip anfreunden kann, bekommt ein paar Tipps zum Thema nachhaltige Monatshygiene. Los geht’s!
Menstruationstasse
Die Menstruationstasse ist ein becherartiges kleines Gefäß aus medizinischem Silikon mit einem kleinen Griff dran. Er wird ebenso wie Tampons in die Scheide eingeführt und fängt das Blut dort direkt auf. Gereinigt wird die Menstruationstasse mit Wasser und gegebenenfalls etwas milder Seife. Nachdem die Periode vorbei ist, wird die Menstruationstasse mit kochendem Wasser sterilisiert und kann in einem kleinen mitgeliefertem Beutel aufbewahrt werden. Zugegebenermaßen erfordert das Einsetzen etwas Übung, nach einer Weile hat frau sich dann aber daran gewöhnt. Auch das Ausspülen ist erstmal ungewohnt. Doch wer sich davor nicht scheut, hat hier ein tolles nachhaltiges Monatshygieneprodukt, das bei guter Pflege jahrelang hält.

Die Vorteile im Vergleich zum Tampon:
- Es entsteht weniger Müll, sie sind also umweltfreundlicher
- Die Scheide trocknet nicht aus
- Die Tassen sind schadstofffrei
Es gibt die Tassen in unterschiedlichen Größen, sodass für jede Frau etwas dabei ist: egal ob jung oder alt, vaginale Geburt erlebt, starke oder leichte Periode, starker oder schwacher Beckenboden. Klingt kompliziert? Die Hersteller liefern viele Infos auf ihren Webseiten, sodass es leicht ist, die passende Größe zu finden. Einen umfangreichen Vergleich an Tassen liefert außerdem diemenstruationstasse.de. Kostentechnisch ist man mit 15-30€ dabei. Ich verwende übrigens die Selenacup aus der Drogerie und bin soweit zufrieden.
Stoffbinde
Stoffbinden sind, wie der Name sagt, wiederverwendbare Binden aus Stoff. Sie werden wie konventionelle Binden einfach in den Slip eingelegt und fangen dort das Blut auf. Waschen lassen sie sich einfach in der Waschmaschine bei 40-60°C. Wichtig: Aufgrund möglicher Pestizidrückstände in herkömmlicher Baumwolle solltest du deine Stoffbinden in Bio-Qualität kaufen. Außerdem achte ich darauf, dass sie zu 100% aus Baumwolle bestehen. Ein toller Anbieter ist zum Beispiel Kulmine.
Periodenslip
Periodenslips sind der neuste Schrei: Sie sehen aus wie ganz normale Unterwäsche, haben aber einen saugstarken und wasserdichten Kern. Dieser besteht meist aus Kunststoffen wie Polyester, Polyurethan oder Polyamid. Das Material Polyurethan (PUL) wird oft auch als Außenwindel bei Stoffwindeln für Babys verwendet, nur mal so am Rande. Die Periodenslips lassen sich wie Stoffbinden bei 40-60°C waschen
Etwas kritisiert wird der Einsatz von Bioziden. Biozide sind Chemikalien, welche Bakterien abtöten. Da die Periodenunterwäsche jedoch direkt an den Schleimhäuten eingesetzt werden, welche Stoffe besonders gut absorbieren können, sehen manche Frauen Biozide kritisch an. Generell sollten sie, wo es geht, vermieden werden. Einen sehr ausführlichen Vergleich der Anbieter und deren Materialeinsatz hat die liebe Marisa vom Ekologiska Mag ausgearbeitet. Just diese Woche hat sich auch die Plattform Utopia dem Thema gewidmet und einen großen Vergleich veröffentlicht.
Im Sinne von Cradle to Cradle verzichte ich auf Periodenunterwäsche. Die schicken Höschen enthalten Plastik, welches sich bei der Wäsche zu Mikroplastik zersetzt. In der Anschaffung sind sie auch recht teuer und manche Anbieter schreiben, dass nach zwei Jahren die Saugleistung nachlässt und eine Neuanschaffung nötig ist.
Bio-Tampons und Bio-Binden
Du willst lieber bei den Produkten bleiben, die du kennst? Auch bei konventionellen Binden und Tampons kannst du umweltfreundlicher sein, indem du Produkte aus Bio-Baumwolle verwendest. Diese sind dann 100% natürlich, kompostierbar, chlorfrei gebleicht und enthalten kein Plastik. Für deine Gesundheit gut: Sie enthalten auch keine Schadstoffe. Für die Umwelt gut: Sie enthalten kein Plastik, welches irgendwie weiter zu Mikroplastik zerfallen könnte. Ein Anbieter ist zum Beispiel Natracare. Die Produkte von Natracare findest du in Bioläden.
Noch mehr Infos
Du findest das Thema sehr spannend und möchtest noch tiefer eintauchen? Dann schau mal vorbei auf erdbeerwoche.com. Dort findest du haufenweise Infos mit unterhaltsamen Videos und einem Shop für nachhaltige Monatshygieneprodukte.
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