Das Jahr 2015 war ein großes Jahr in Sachen Nachhaltigkeit. Nicht nur wurde das Pariser Abkommen als globale Klimaschutzvereinbarung verabschiedet, das durch Fridays for Future in aller Munde ist: Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda 2030 beinhaltet 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung. Diese sind auch bekannt als Sustainable Development Goals, oder kurz: SDG. Auch wenn vielleicht weder dir noch mir die SDGs völlig neu sind, habe ich mir mal genauer angeschaut, was eigentlich alles dazu gehört. Und was ich selbst zur Umsetzung beitragen kann. Los geht’s!
Die 17 Sustainable Development Goals
Praktischerweise wurden die 17 SDGs mit bunten Grafiken versehen, die ich dir nicht vorenthalten möchte:
Neben den 17 Hauptzielen wurde ein ganzer Katalog von 169 detaillierten Unterzielen verabschiedet. Es lohnt, sich diese anzuschauen. Du findest sie auf Deutsch zum Beispiel in den Broschüren des RENN Nord Netzwerks hier.
Kritik an den Sustainable Development Goals
Klingt erstmal ganz gut, oder? Eine Welt ohne Armut, dafür tolle Wirtschaft, innovative Industrie und gleichzeitig im Einklang mit der Natur. Quasi grünes Wachstum, könnte man behaupten. Und genau hier liegt auch schon der Hund begraben: Aus Sicht mancher Klimaforscher bzw. Experten wie Maja Göpel, Michael Kopatz oder Ernst Ulrich von Weizsäcker, ein ehemaliger Präsident des Club of Rome, ist die Bewältigung der Klimakrise nicht mit gleichzeitigem Wirtschaftswachstum vereinbar.
Die Nachhaltigkeitsagenda ist nicht nachhaltig. Die Erreichung mancher Ziele schließt das Erreichen anderer faktisch aus. Wenn wir mit den heutigen Techniken Hunger und Armut auf der Welt besiegen, wird das zu Lasten des Klimaschutzes, der Ozeane und der Biodiversität gehen. Das sind die drei ökologischen Themen.
Ernst Ulrich von Weizsäcker im Interview mit Die Wirtschaft
Sollten wir also den Kopf in den Sand stecken und das Problem als unlösbar ansehen? Oder die Sustainable Development Goals priorisieren und dem Klimaschutz alles unterstellen? Claudia Kemfert, Deutschlands bekannteste Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie, schreibt in ihrem Buch “Mondays for Future”, dass keines der Ziele wichtiger genommen werden sollte als ein anderes. Sonst verlieren wir uns in Diskussionen darum, welche Rangfolge anzuwenden ist, statt die Probleme zu lösen. Letztenendes hängt alles mit allem zusammen und muss bei der Lösung auch zusammen gedacht werden.
Was kann ich tun?
Informiere dich
Nun, das erste hast du bereits gemacht: Dich überhaupt erstmal über die Ziele informieren. Tschakka 🙂 Es klingt banal, aber die Ziele anzuerkennen ist der erste Schritt.
Übersetze die SDG für dein Tun
Claudia Kemfert geht in ihrem Buch “Mondays for Future” noch weiter: So fordert sie dazu auf, die 17 Ziele auszudrucken, sich über den Schreibtisch zu hängen und für jedes Ziel eine Frage für dein persönliches Tun zu formulieren. “Kein Hunger” könntest du vielleicht übersetzen in “Wie schaffe ich es, keine Lebensmittel wegzuwerfen?”. “Sauberes Wasser” in “Wie kann ich heute Leitungswasser sparen?”. Dann fordert sie dazu auf, sich auch mit Nachbarn und Freunden zu unterhalten und ein Manifest zu formulieren. Und zu guter Letzt auch in der Kommune zu schauen, was noch zu tun ist. Hierfür gibt es das SDG Portal, welches für fast alle Kommunen die Zielerreichung der SDG anhand messbarer Kriterien trackt.
Setze einen Fokus
Helfen kann auch, einen Fokus zu setzen. Damit meine ich nicht, die anderen Ziele abzuwerten oder als unwichtig zu erklären. Vielmehr, deinen Neigungen, Werten und Interessen entsprechend ins Handeln zu kommen. Du kannst dich fragen:
- Welche der 17 Sustainable Development Goals sprechen mich am meisten an?
- Gibt es ein, drei, fünf Ziele die mir besonders am Herzen liegen?
- Was kann ich zur Umsetzung beitragen?
- Welches Projekt, welche Organisation, welcher Verein setzt sich bereits dafür ein? Wie könnte ich diese unterstützen?
Um dem Gefühl der Ohnmacht entgegen zu wirken kann es extrem hilfreich sein, sich mit anderen Menschen zu verbünden. Trete zum Beispiel in einen Verein ein, der sich in deiner Stadt für dein Herzensthema einsetzt. Zusammen lässt sich einfach viel mehr bewegen!
Meine Herzensthemen sind “Geschlechtergleichheit”, “Nachhaltige Städte und Kommunen”, “Nachhaltiger Konsum und Produktion”, “Maßnahmen zum Klimaschutz” sowie “Partnerschaften zur Erreichung der Ziele”. Das spiegelt sich mit den Themen auf meinem Blog und in den Vereinen, die ich mehr oder weniger aktiv unterstütze.
Weitere Infos
Die Agenda 2030 auf Englisch findest du hier: https://sdgs.un.org/2030agenda
Viele Infos auf Deutsch liefert https://www.renn-netzwerk.de/materialien
Ideen bietet auch die Seite 17ziele.de mit Podcast, Blog und einer Menge Infomaterial.